VirtualBox ist eine kostenlose Virtualisierungssoftware (Oracle VM VirtualBox). Sie ist Open-Source (offener Quellcode). VirtualBox erstellt virtuelle Maschinen (VM: Virtual Machine – ein emulierter Computer im Computer).

Nutzen von VirtualBox – kurz erklärt

Du kannst mehrere Betriebssysteme gleichzeitig auf einem Rechner laufen lassen. Beispiel: Windows als Host (Haupt-Betriebssystem) und Linux als Gast (Gast-Betriebssystem) in einer VM. Vorteile:

  • Testen neuer Software oder Betriebssysteme ohne Risiko für den echten Rechner.
  • Alte Programme auf alten Systemen ausführen (z. B. Windows XP in einer VM).
  • Entwicklungsumgebungen erstellen (z. B. verschiedene Linux-Versionen testen).
  • Unsichere Dinge ausprobieren (z. B. Viren, Hacking-Tools) – alles isoliert.
  • Snapshots (Schnappschüsse: Zustand speichern und zurücksetzen).
  • Ressourcen sparen – statt extra Hardware.
  • Portabel: VMs können auf andere Computer exportiert werden (OVF-Format).
  • Guest Additions (Zusatztreiber): Bessere Mausintegration, geteilte Ordner, höhere Auflösung.

Wie installiert man VirtualBox?

Gehe auf die offizielle Seite: www.virtualbox.org. Klicke auf „Downloads“. Wähle dein Host-Betriebssystem (Windows, macOS, Linux).

Für Windows: Lade die .exe-Datei herunter (z. B. VirtualBox-7.2.x-Win.exe). Doppelklicke die Datei. Folge dem Installations-Assistenten (Next → Next → Install). Erlaube Treiber-Installation (Oracle-Signatur).

Für Linux (z. B. Ubuntu): Öffne Terminal. Füge Repository hinzu (siehe offizielle Anleitung). Oder lade .deb-Paket herunter und installiere mit: sudo dpkg -i VirtualBox-*.deb. Installiere Extension Pack (für USB 3.0, RDP, etc.): Lade es herunter, doppelklicke in VirtualBox → File → Preferences → Extensions → Install.

Für macOS: Ähnlich wie Windows, lade .dmg und installiere.

Starte VirtualBox nach der Installation.

Wie wendet man VirtualBox an? – Erste virtuelle Maschine erstellen

Starte VirtualBox Manager (Hauptfenster).

Klicke auf „Neu“ (New).

Schritt-für-Schritt:

  1. Name eingeben (z. B. „Ubuntu Test“). Wähle Typ: Linux (oder Windows, macOS, etc.). Wähle Version (z. B. Ubuntu 64-bit). Optional: ISO-Image auswählen (für automatische Installation).
  2. Hardware: RAM zuweisen (z. B. 2048 MB – mindestens 2 GB empfohlen). Prozessoren: 2 Kerne (nicht mehr als Hälfte deiner echten CPU). EFI aktivieren (für moderne Systeme).
  3. Festplatte: „Jetzt eine virtuelle Festplatte erstellen“. Typ: VDI (VirtualBox Disk Image). Speicher: Dynamisch (wächst bei Bedarf) oder fest. Größe: z. B. 30–50 GB.
  4. Fertig → „Fertigstellen“.
  5. Starte die VM: Doppelklicke den Eintrag oder klicke „Start“.
  6. ISO einlegen (falls nicht automatisch): Gehe zu Geräte → Optisches Laufwerk → ISO-Datei auswählen (z. B. ubuntu-24.04-desktop-amd64.iso).
  7. Installation startet wie auf echtem PC. Folge dem Installations-Assistenten des Gast-OS.

Nach der Installation des Gast-OS: Installiere Guest Additions (für bessere Performance): Geräte → Guest Additions CD einlegen → Im Gast-OS ausführen.

Tipps: Host-Taste (rechts Strg) drücken, um Maus/Tastatur freizugeben. Geteilte Ordner einrichten: Einstellungen → Gemeinsame Ordner. Snapshots: Maschine → Snapshots → Erstellen.

VirtualBox ist ideal für Anfänger und Profis – einfach, kostenlos und mächtig.

Woher bekommst du die ISO-Dateien für die Gast-Systeme (Guest OS)?

ISO-Dateien (Disc-Image-Dateien: Abbilder von Installationsmedien) holst du dir immer von offiziellen Quellen. Das schützt vor Viren, Malware (Schadsoftware) und gefälschten Dateien. Hier die wichtigsten und sichersten Quellen (Stand 2026):

Linux-Distributionen (meist kostenlos und direkt)

Windows (Microsoft offiziell)

Wichtige Tipps zum Download und zur Sicherheit

  • Verwende immer HTTPS (sichere Verbindung) – erkennbar am Schloss-Symbol im Browser.
  • Prüfe die Checksumme (SHA256-Hash) nach dem Download. Die offizielle Seite gibt den Hash-Wert an. Vergleiche mit Tool wie: Windows: PowerShell → Get-FileHash datei.iso -Algorithm SHA256 Linux/macOS: sha256sum datei.iso Stimmen die Werte überein → Datei ist echt und unverändert.
  • Vermeide Torrent-Seiten, dubiose Foren oder Drittanbieter (außer offizielle Mirrors).
  • Für alte Systeme (z. B. Windows 7): Offiziell schwer zu bekommen – oft nur über Evaluation-Center oder Archive (nicht empfohlen ohne Lizenz).

Wie integrierst du die ISO in VirtualBox?

Nach dem Download:

  1. Erstelle neue VM (wie zuvor beschrieben).
  2. Bei „Unbeaufsichtigte Installation“ (optional) oder manuell: Gehe nach VM-Erstellung zu: Einstellungen → Speicher → Controller: IDE/SATA → Leeres optisches Laufwerk. Klicke auf das CD-Symbol → „ISO-Abbild auswählen“ → deine heruntergeladene .iso-Datei wählen.
  3. Starte die VM → Installation beginnt automatisch vom ISO.